Was ist Elternarbeit in Kita, Schule und Jugendhilfe? – Definition und Formen

10.02.2026 | T. Reddel – Online-Redaktion, FORUM VERLAG HERKERT GMBH

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KI-generiert

Die persönliche Entwicklung eines Kindes wird sowohl zu Hause als auch in der Schule oder Kita geprägt. Umso wichtiger ist es, dass die Einrichtungen und Eltern ihre Erziehungsmaßnahmen aufeinander abstimmen. Diese Zusammenarbeit erfolgt im Rahmen der sogenannten Elternarbeit. Was zu einer guten Elternarbeit gehört und welche Methoden es dafür gibt, zeigt der folgende Beitrag.

Inhaltsverzeichnis

  1. Elternarbeit: Definition
  2. Warum ist Elternarbeit wichtig?
  3. Was macht eine gute Elternarbeit aus?
  4. Welche Formen der Elternarbeit gibt es? – Beispiele und Ideen

Was versteht man unter Elternarbeit? – Definition

Elternarbeit beschreibt alle Maßnahmen der Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften – sei es in Schulen, Kitas, im Hort, in Heimen oder in anderen Bildungseinrichtungen. Typische Formen der Elternarbeit sind etwa Elterngespräche und Elternabende. Hier können sich Fachpersonal und Eltern über das betroffene Kind austauschen und gemeinsame Maßnahmen festlegen.

Bei diesen Zusammenkünften geht es in der Regel um folgende Bereiche:

  • Fachliches und persönliches Eingehen auf das Kind
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Lern- und Sozialkompetenzen
  • Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung

Das Ziel von Elternarbeit ist es, den Kindern sowohl zu Hause als auch in der Einrichtung eine einheitliche und positive Entwicklung zu ermöglichen. Die Basis dafür bildet der direkte Austausch im Rahmen von Gesprächen und Befragungen. Damit informieren die Fachkräfte zum Beispiel über den Entwicklungsstand des Kindes und können künftige Fördermaßnahmen bedarfsgerechter gestalten. Außerdem erhalten die Eltern die Möglichkeit, in den Bildungsalltag ihrer Kinder einbezogen zu werden.

Doch es gibt noch weitere Gründe, weshalb eine erfolgreiche Elternarbeit entscheidend ist.

Warum ist Elternarbeit wichtig?

Elternarbeit ist die Verbindung zwischen der Bildungseinrichtung und dem Zuhause der Kinder. Daher spielt sie für deren Entwicklung eine wichtige Rolle:

Austausch mit den Eltern

Der womöglich naheliegendste Zweck der Elternarbeit: Mit ihr können sich pädagogische Fachkräfte mit den Eltern über die Erziehung des Kindes austauschen. Die Eltern stehen im direkten Austausch mit der Fachkraft und können die Entwicklung des Kindes aus einer anderen Perspektive mitverfolgen. Gleichzeitig hilft die Elternarbeit den Fachkräften, eine engere Zusammenarbeit mit den Eltern zu erzielen und dem Kind eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.

Bildungserfolg und soziale Entwicklung

In der Schule erlernen Kinder unter pädagogischer Aufsicht sowohl den fachlich relevanten Schulstoff als auch soziale Kompetenzen, die sie für ihr Leben benötigen. Das soziale Verhalten, das die Kinder in der Schule (oder schon im Kindergarten) erlernen, wirkt sich auch auf das Verhalten zu Hause aus und umgekehrt. Gleichzeitig beeinflusst die Erziehung der Eltern das Lernverhalten und damit verbunden den Bildungserfolg der Kinder. Umso wichtiger ist es, dass ein regelmäßiger Austausch in Form der Elternarbeit stattfindet.

Kindeswohl schützen

Elternarbeit kann auch das Kindeswohl positiv beeinflussen. Denn verschiedene familiäre Bedingungen können Defizite in der Entwicklung oder sogar psychische Misshandlung des Kindes begünstigen.

Zu diesen Bedingungen gehören zum Beispiel:

  • Psychische Erkrankungen der Eltern (Depression, Schizophrenie etc.)
  • Alkoholismus oder Drogenmissbrauch
  • Medikamentenabhängigkeit
  • Sonstiges Suchtverhalten

Eine gut funktionierende Elternarbeit hilft den Eltern, ihr Kind trotz der eigenen Defizite zu Hause zu unterstützen. Gleichzeitig hilft sie den Fachkräften, auf akute Notlagen von Kindern zu reagieren und besondere Unterstützung anzubieten.

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Konflikte bewältigen

Bereits im Kindergarten oder in der Schule kommt es regelmäßig zu Konflikten, sei es zwischen Kindern oder zwischen Erwachsenen. Unterschiedliche Kulturen, Hintergründe und soziale Schichten verschärfen dieses Konfliktpotenzial. Mit der Elternarbeit erhalten Eltern und Fachkräfte eine Plattform, solche Konflikte anzusprechen und zu lösen. Dabei fungiert die Einrichtung als Vermittlerin zwischen den Parteien.

Aber ab wann gilt eine Elternarbeit überhaupt als gelungen?

Was macht eine gute Elternarbeit aus?

Für eine gute Elternarbeit in Kita, Schule und anderen Einrichtungen sollten die Fachkräfte die grundlegenden Regeln professioneller Kommunikation einhalten.

Dazu gehören insbesondere folgende Punkte:

  • Wertschätzende Grundhaltung gegenüber den Eltern.
  • Ich-Botschaften verwenden.
  • Aktiv zuhören (Gegenüber nicht unterbrechen, Blickkontakt halten, keine anderen Tätigkeiten währenddessen).
  • Eltern als Verbündete und nicht als Gegner sehen.
  • Bedeutung der verbalen und nonverbalen Kommunikation (Betonungen, Körperhaltung, Gestik und Mimik) bewusst machen.
  • Unangemessene Emotionen wahrnehmen und Angriffe entschärfen.

Sind diese Grundregeln bekannt, können pädagogische Fachkräfte aus einer Reihe an Methoden und Formen der Elternarbeit wählen.

Welche Formen der Elternarbeit gibt es? – Beispiele und Ideen

Die folgenden Methoden sind häufige Beispiele für Elternarbeit in Kitas, Schulen und anderen Einrichtungen:

Elterngespräch

Bei einem Elterngespräch setzt sich die Fachkraft mit den Eltern zusammen und beredet aktuelle Probleme, Sorgen und andere Anliegen rund um das Kind. Ein gelungenes Elterngespräch kann die Beziehung zwischen Pädagogin oder Pädagogen und Eltern verbessern und die Effektivität der Elternarbeit erhöhen.

Für ein gelungenes Elterngespräch sollte die Fachkraft Folgendes beachten:

  • Genug Zeit für das Gespräch einplanen.
  • Das Gespräch schriftlich protokollieren.
  • Störungen durch andere Personen vermeiden.
  • Den Eltern aufmerksam und wertfrei zuhören.
  • Am Ende das Gespräch zusammenfassen und nächste Schritte besprechen.

Soll die Fachkraft im Elterngespräch Anliegen anderer Kinder oder Eltern klären, ist es wichtig, dass sie keine Namen preisgibt. Das ist zum einen aus datenschutzrechtlichen Gründen unzulässig und zum anderen ein Risiko für Konflikte zwischen den einzelnen Eltern.

Elternabend

Elternabende in der Schule oder in der Kita dienen anfangs der Vorstellung der Klassen- oder Gruppenleitung und dem gegenseitigen Kennenlernen der Eltern. Ansonsten besprechen Eltern und Fachkräfte aktuelle Themen, die die Klasse oder Gruppe betreffen, sowie Anliegen, die die Eltern an die Einrichtung haben. Auch themenspezifische Elternabende zu bestimmten Anlässen sind möglich.

In Elternabenden von Kitas legen die Erzieherinnen und Erzieher den Fokus noch stärker auf pädagogische Inhalte und bringen Themen zur Elternbildung mit ein. Auch Erziehungsfragen oder Ähnliches werden diskutiert.

Elternbeirat

Vor allem in der Schule beliebt, verbindet der Elternbeirat die Lehrkräfte mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler. Der Rat ist dabei ein von den Eltern selbst gewähltes Gremium, das die Interessen der Eltern und Kinder gegenüber der Schule vertritt. Außerdem unterstützt es bei verschiedenen schulrelevanten Fragen. Die Rechte und Aufgaben eines Elternbeirats sind länderspezifisch gesetzlich festgelegt.

Weitere Formen der Elternarbeit

Neben den oben genannten Formen der Elternarbeit gibt es, je nach Einrichtung, noch weitere Möglichkeiten, die Zusammenarbeit mit den Eltern zu verbessern:

  • Einführungsveranstaltungen für Eltern und Kinder
  • Feste in der Schule/Kita (Weihnachtsfeier, Osterfest etc.)
  • Kinderbasare und -märkte
  • Elternbefragungen
  • Elternstammtische
  • Eltern als Unterstützung bei Projekten
  • Eltern als Mitwirkende in der Mittagsbetreuung oder in offenen Ganztagsschulen
  • Eltern als Begleitung bei Exkursionen

Alle Formen der Elternarbeit dienen dazu, die Beziehung zwischen den Eltern und den pädagogischen Fachkräften zu verbessern sowie die gemeinsame Zusammenarbeit zu erleichtern. Allerdings sind je nach Einrichtungsform die Schwerpunkte der Elternarbeit verschieden. Während sich Eltern von Schülerinnen und Schülern in der Elternarbeit primär für Themen wie Notenvergabe und disziplinarische Verfahren interessieren, fokussieren sich Eltern von Kita-Kindern auf andere Bereiche. Entsprechend sind bei der Elternarbeit jeweils einrichtungsspezifische Schwerpunkte zu setzen.

Quellen: Handbuch „Schulsozialarbeit“, Software „Dienstliche Beurteilungen und Leistungsberichte in der Schule schnell und sicher erstellen“, zeit.de, spiegel.de, deutsches-schulportal.de

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